AC/DC – Stiff Upper Lip
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Spielzeit: 47:17 – Medium: CD – Label: Warner / Sony, 2000
Stil: Rock
Selbst im 28igsten Jahr ihrer Bandgeschichte kann ein neues AC/DC-Album mit dem vollmundigen Spruch >>Schluss mit Kaspermucke! Hier ist die Neue von AC/DC!<< angekündigt werden, ohne das es peinlich wirkt. Sie stehen immer noch unter Strom und der ewig junge Zappelmann Angus Young (Leadgitarre) hüpft unerschrocken in seiner Schuljungenuniform über die Bühnenbretter der Welt und entlockt dabei seiner Gibson SG diese knochentrockenen Blues- und Heavyriffs, die dem Rock’n Roll Fan Glückstränen weinen lassen.
Songs wie das hypernervöse “Can’t Stand Still” und das heftige “Can’t Stop Rock’n Roll” sind bei AC/DC Lebensphilosophie und Ausdruck ihrer totalen Hingabe an Rockmusik und Rock’n Roll Livestyle. Eine extrem gefährliche Lebenshaltung. Nach einer durchsoffenen Nacht erstickt Bon Scott, der erste Sänger der Band, am 19.02.1980 an seiner eigenen Kotze auf dem Rücksitz eines Autos. Die Geschichte von AC/DC war auch weiterhin stark mit Alkohol- und Drogenproblemen belastet. But never change a winning team – es gibt sie heute noch, und das in annähernder Originalbesetzung. Seit dem Album “Back In Black” ist Brian Johnson - die kleine heisere Presswurst mit der fest am Schädel angeklebten Schlägerpanne – der Sangesmann bei den Stromrockern. Er hatte ein schweres Erbe anzutreten. Er hat jedoch von Anfang an einen guten Job gemacht; das kann man nicht anders sagen.
Phil Rudd trommelt sich cool durch die Songs und gibt der Band zusammen mit Cliff Williams (Bass) diesen einmalig groovenden Teppich, auf dem sich Malcom Young (Rhythmus-Gitarre) und der Rest so schön austoben können. Der knochentrockene Gitarrensound der Band geht auf eine ‘weniger ist mehr Einstellung’ zurück. Seit Beginn ihrer Karriere haben die Gebrüder Young selten mehr als einen ordentlichen Gitarrenturm, hohe Grundlautstärke bei wenig Verzerrung und ein und die gleiche Gitarre (Gretsch und Gibson SG) benutzt. Sie entwickeln einen unglaublichen Druck. Die Songs hören sich leichtfüßig und einfach an. Sie sind jedoch abwechslungsreich aufgebaut und mit hoher Präzision eingespielt. Mit einer Konstanz die schon mit Altersstarrsinn vergleichbar ist, nehmen sie seit Jahrzehnten ‘die immer gleiche Platte auf’. Ich störe mich an solch’ Kritikergeschwafel wenig. Für mich steckt hinter der Konstanz eben dieses oben beschriebene Festhalten am Rock’n Roll und an der damit verbundenen puren Lebenslust. Sie sind wohl wie die Rolling Stones oder Aerosmith unkaputtbar. Die Pet-Pullen des Rock’n’Roll. Bis das der Tod euch den Saft abdreht.
Sie sind zudem wirklich “Stiff Upper Lip”. Sie ‘bewahren Haltung’!
Zur aktuellen Deutschlandtour gibt es “Stiff Upper Lip” in einer limitierten Auflage als DoCD. Die zweite CD enthält 6 Live Tracks (Madrid) und die 3 Videoclips der Singles. Für beinharte Sammler ist auch die vor kurzem veröffentlichte AC/DC – BOX mit den 16 remasterten Original-Alben interessant. (liegt bei 240 DM). Die Cover sind Mini-Repliken der Vinylausgaben. Zusätzlich ist noch eine weitere CD “Live From The Atlantic Studios” mit unveröffentlichten Aufnahmen aus der Frühzeit der Band dabei. Für Sammler halt die volle Breitseite!
Anspieltipps: Stiff Upper Lip / Safe In New York City / Can’t Stand Still / Can’t Stop Rock’n Roll / Satellite Blues
Tracklist:
01. Stiff Upper Lip
02. Meltdown
03. House Of Jazz
04. Hold Me Back
05. Safe In New York City
06. Can’t Stand Still
07. Can’t Stop Rock ‘N’ Roll
08. Satellite Blues
09. Damned
10. Come And Get It
11. All Screwed Up
12. Give It Up