Jon Lord & The Hoochie Coochie Men – Live at the Basement

WebsiteMySpaceYouTubeLabelAmazon

Spielzeit: 130 Min – Medium: DVD – Label: EMI, 2003
Stil: Blues Rock

Man könnte ihn den Jimi Hendrix an der Hammond nennen, wenn man denn solche Vergleiche mag. Man kann ihn aber auch einen der besten Musiker unserer Zeit nennen.
Die Rede ist von Jon Lord dem ehemaligen Keyboarder der legendären Band Deep Purple. Vor 2 Jahren verließ er die Band um sich seiner Vorliebe, der klassischen Orchestermusik, zuzuwenden. Ich werde seine Schweineorgelsoli, die ich so geliebt habe, vermissen, ging es mir seinerzeit durch den Kopf. Doch plötzlich stehe ich beim Plattendealer meines Vertrauens und halte die DVD “Jon Lord & The Hoochie Coochie Men – Live at the Basement” in der Hand. Das hört sich aber mehr nach Blues als nach Orchester an. Das Teil eingepackt, ab zur Kasse und dann fix nach Hause um zu sehen was da los ist, und da ist eine ganze Menge los!

Gerüchten zur Folge war Jon Lord mit dem Gemini Orchester in Australien um in Sydney ein Konzert zu geben. Er verletzte sich aber an der Hand und war nicht in der Lage das Piano, seinen Ansprüchen genügend, spielen zu können. Kurzerhand rief er ein paar Freunde an, um eine Bluessession zu organisieren. So kam es zu der Aufnahme, die übrigens auch auf einer DoCD erhältlich ist.
Mit von der Partie waren Bob Daisley (Ex-Rainbow, Black Sabbath, Ozzy Osbourne), Schlagzeuger Rob Grosser, Sänger und Gitarrist Tim Gaze, Jim Conway an der Harp und Jimmy Barnes als Special Guest.

Das Ganze fand in einem kleinen Club in Sydney statt, was der Atmosphäre des Konzertes sehr zu Gute kommt.

Nach einer kurzen Einleitung von Jon geht’s dann auch gleich zur Sache. “Hideaway” ist eine Instrumental-Nummer im typischen Bluesstil. “Lonesome Traveller Blues” mit einer schönen Harpeinlage. “Blues With A Feeling” ist wieder eine harplastige Nummer in gewohnter Rhythm n’Blues Manier. Auch “You Got Good Business” ist ein ruhigeres Stück, immer sauber auf den Punkt. Ist aber auch nicht anders zu erwarten. Hier sind schließlich Profis am Werk.

Jetzt scheint Jon Lord so richtig warm geworden zu sein. “Green Onions” das alte Booker T.-Instrumental geht gut ab. Bei seinen Soloeinlagen kommen dann immer wieder Purple-Gefühle auf. Da ist doch wieder die alte Schweineorgel, die wir alle so lieben. Eine tolle Nummer! Dann wird’s wieder etwas ruhiger bei dem “24 /7  Blues”.
Immer wieder toll die Anekdoten, die John über sein Bühnenleben erzählt. Nach “Baby Please Don’t Go” und “The Money Doesn’t Matter”, zwei Mid-Tempo Songs, greift Tim Gaze zur Resonator-Gitarre und spielt zwei schöne Stücke mit Slideeinlagen und sehr viel Gefühl. So muss Blues klingen.

Jetzt wird’s etwas rockiger. “I Just Wanna Make Love To You” ist ein alter Muddy Waters Song. “You Need Love”, eine umgestrickte Version des Led Zeppelin-Klassikers “Hole Lotta Love”, wirkt dagegen etwas langweilig. Schade.
Dann betritt der “Hoochie Coochie Man” Jimmy Barnes mit dem gleichnamigen Song die Bühne. Der Mann, der in Australien eine feste Größe im Musikgeschäft ist, rockt sich die Seele aus dem Leib, so, das man Angst kriegt, ihm würden gleich die Adern beim Singen aus dem Hals springen. Eine der besten Interpretationen vom “Hoochie Coochie Man” die ich je gehört habe. Leider ist Jimmy danach wieder von der Bühne verschwunden. Es folgen “New Old Lady Blues”, “Who’s Been Talkin’” und “Six Strings Down”, klasse Nummern, bei denen auch Jon Lord immer präsenter wird.

Der alte Robert Johnson-Klassiker “Dust My Broom” geht wieder so richtig gut nach vorne. Die Harp- und Gitarrensoli fügen sich harmonisch in den Song ein. Das ist Blues-Rock wie ich ihn liebe. Danach ist erst mal Schluss.
Die Zugaben leitet Jon mit einem typischen Purple-Orgelsolo ein. “Back At The Chicken Shack” lässt die Füße nicht mehr still stehen. Ein reines Instrumental mit flüssigen Soli, die einfach nur Spaß machen.
Danach kehrt Jimmy Barnes auf die Bühne zurück und singt “When A Blind Man Cries”, einen der nicht so bekannten Songs von Deep Purple aus dem Jahre 1971, mit so viel Gefühl, das es einem unter die Haut fährt. Das letzte Stück dieses tollen Konzertes ist die “12 Bar Blow Jam” und geht noch mal so richtig zur Sache.

Das Schöne an diesen kleinen Club-Konzerten ist, dass man das Gefühl hat, seinen Lieblingsakteuren ein Stückchen näher zu sein, als das in den großen Arenen dieser Welt der Fall ist. Dieses Gefühl hat man auch auf der DVD. Leider sind solche Highlights, wie “Jon Lord & The Hoochie Coochie Men” aber eher die Ausnahme. Diese Scheibe ist ein Muss für Bluesliebhaber und ein Muss für alle Freunde guter Musik.

01. Introduction
02. Hideaway
03. Lonesome traveller blues
04. Blues with a feeling
05. You got good business
06. Green onions
07. 24 / 7 blues
08. Baby please don’t go
09. The money doesn’t matter
10. Strange brew
11. Dallas
12. I just wanna make love to you
13. You need love
14. The hoochie coochie man
15. New old lady blues
16. Who’s been talkin’
17. Six strings down
18. Dust my broom
19. Back at the chicken shack
20. When a blind man cries
21. 12 bar blow jam

Bonus Features:
24 / 7 blues
Who’s been talkin
When a blindman cries (promo clip)

DVD Infos:
DTS 5.1
Dolby Digital 5.1
PCM Stereo 2.0
Studio: EMI
DVD Erscheinungstermin: 16. April 2004
Produktion: 2003
• Sprache: Englisch
• Bildformat: 4:3

Kommentieren