Yogi Lang – No Decoder

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Spielzeit: 56:55 – Medium: CD – Label: gentle art of music, 2010
Stil: Prog Rock

Von den RPWL Musikern Kalle Wallner und Chris Postl gibt es bereits Soloausflüge. Jetzt zieht RPWL Sänger Yogi Lang mit einem eigenen Album nach. “No Decoder” heißt sein Soloalbum. Einmal durchgehört und dann erst einmal zurück in den Plattenschrank damit. “No Decoder” ist keine Platte zum nebenbei hören. Das Intro “Can’t Reach You” und besonders das Titelstück “No Decoder” sind eine klare Hommage an Pink Floyd. Fette Gitarrensoli, flächige Keyboards, der trockene Bass von Guy Pratt (Pink Floyd), gelassen von Manni Müller (ex RPWL) getrommelt. Schöne Atmosphäre. Traumlandmusik.

Mit RPWL-Sounds geht es weiter. Kennt man: Schöner Prog aus Bayern mit Verweisen in alle Richtungen (Floyd, ELP, Genesis, King Crimson,…). Das erste Highlight ist dann für mich die Ballade “Our World Has Changed”, die mit einem prächtigen Gitarrensolo zu Ende geht. Gitarrist Torsten Weber von den Doors Of Perception versteht sein Handwerk. Gleiches gilt für den Saxophonisten Ferdinand Settele der “Sail Away” veredelt. Das französisch gesungene “Alison” entwickelt sich zum Ohrwurm – Ich versteh‘ zwar kein Wort, aber egal; klingt einfach gut. Musik geht über Grenzen! Sanft geschaukelt geht’s von “Say Goodbye” über in ein blubberndes scheppernd schnarrendes “Sensvalue”. Mit dem Wunsch nach Liebe und (daher) einer besseren Welt endet das Album – Ich würde sagen: versöhnlich und hoffnungsvoll.

>>and every day that is given to me
is a day where I wanna wake up by your side
and every breath that is given to me
I wanna be with you and look into your eyes<<

“No Decoder” ist ein weitere bunt schimmernde Facette aus dem RPWL Universum. Jetzt (wir stehen gerade gegen Halloween im Jahre 2010) fängt das Schmuddelwetter an. Da kommt eine Platte mit schöner warmer Musik gerade gelegen. Lang’s Texte stehen immer auch im Kontext zu seiner Musik. Seine Themen sind Entfremdung, geldgierige Spekulanten, Liebe, Enttäuschungen, Hoffnung, gescheiterte Kommunikation, Zukunftsangst. Wie immer bei Yogi Lang sind die Texte eher gesprochen als gesungen. Passt aber trotz allem schön zusammen. Die Songs wurden von Herrn Lang selbst geschmackvoll produziert und stilsicher arrangiert. Großes Lob verdient auf alle Fälle auch das Artwork von Judith Reichart. Wie so oft finde ich es einfach schade, wie limitiert die Abmessungen von CD-Verpackungen sind. Dieses Artwort schreit geradezu nach einer Veröffentlichung als LP mit Gatefold Cover und mehrseitigem Booklet.

Anspieltipps: Can’t Reach You / Our World Has Changed / No Decoder / Alison / A Million Miles Away / A Better Place For Me

Line Up:
Yogi Lang (voc. keys, git.)
Manni Müller (drums)
Guy Pratt (bass)
Torsten Weber (git.)
Carmen Maier (perc.)
guests:
Anne de Wolff (violin)
Dominique Leonetti (voc.)
Kalle Wallner (git.)
Ferdinand Settele (sax.)

Tracklist:
01. Can’t Reach You
02. Sacrifice
03. Our World Has Changed
04. Sail Away
05. Our Modern World
06. No Decoder
07. Alison
08. A Million Miles Away
09. Say Goodbye
10. Sensvalue
11. A Better Place For Me

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