Joe Bonamassa – Had To Cry Today

MEDIUM: 1 CD
VÖ: 2004
LABEL: Mascot Rec (Rough Trade)
STIL: Blues Rock

LINKS:
Joe Bonamassa
Eric Czar
Kenny Kramme

LINE UP:
Joe Bonamassa (Guitar, Vocals)
Eric Czar (Bass)
Kenny Kramme (Drums)

Guest:
Benny Harrison (Keyboards)
Jon Paris (Harp)

 

 

 

 

 

‘Smokin’ Joe’ Bonamassa wurde im zarten Alter von vier Jahren mit der Musik des Gitarrenhelden Stevie Ray Vaughan infiziert, wie er selbst sagt. Dem entsprechend geht es auch in seinen Songs zur Sache. Heute liegt seine aktuelle CD “Had To Cry Today” vor mir. Es ist die fünfte CD seit vier Jahren. Der Mann hält sich ran. Zusammen mit Eric Czar (b), Kenny Kramme (dr) und den Gastmusikern Benny Harrison (keyb.) und Jon Paris (harp) ging es ins Studio um Blues-Rock vom Feinsten auf die Silberscheibe zu bannen.

Kaum ist der CD Schacht von meinem Player geschlossen, geht’s auch schon mächtig zur Sache. Der Sound lässt keine Wünsche offen, kristallklare Höhen und ein knackiger Bass. Saubere Arbeit! “Never Make Your Move Too Soon” schafft es auf Anhieb, sich in die Gehörgänge zu winden. Da werden auch mal Akkorde benutzt, die man sonst nicht so häufig zu hören bekommt. “Travellin’ South” weckt meine alte Leidenschaft zur Luftgitarre. Der Song ist ziemlich schnell. Sehr schön sind die Fills mit Gitarre und Schlagzeug – immer hundertprozentig auf den Punkt. Der Bass stampft mit der Bassdrum einen Rhythmus, bei dem kein Körperteil still stehen bleiben kann.

Jetzt wird erst mal wieder ein paar Gänge runtergeschaltet, was aber nicht negativ zu verstehen ist. “Junktion 61″ das nahtlos in “Reconsider Baby” übergeht, ist eine typische Bluesnummer. Der breite Gitarrensound erinnert mich an den Sound von Pink Floyd in den 70ern, zumal die Orgel ähnlich wie die von Rick Wright klingt. Ein überwältigendes Solo. So leidenschaftlich, wie ich es schon sehr lange nicht mehr auf einer aktuellen Scheibe gehört habe. Leidenschaft scheint Joe bei dieser CD ganz groß geschrieben zu haben. So auch beim nächsten Lied, “Around The Band”, mit sehr schönen Orgel Einspielungen.

Und sollte ein neues Sportmagazin im TV mal einen echt guten Jingle suchen, bietet sich das Instrumental “Revenge Of The 10 Gallon Hat” geradezu an. Die Slowblues-Ballade “When She Dances” treibt einem die Tränen in die Augen. Das dürfte nicht nur der Damenwelt gefallen. Joe mit seiner leicht belegten schmachtenden Stimme holt wirklich alles aus sich heraus. Ich liebe diesen Song. Diese Gitarre spielt kein Solo, sie erzählt eine Geschichte.

Eric Czar leitet “Had To Cry Today” mit einem kurzen Solo ein. Die Gläser klingeln im Schrank. So muss ein Bass klingen. Jetzt geht es wieder richtig zur Sache. Ellenlange Soli, die einfach nur Freude bereiten. Das ist ja unglaublich, was die Jungs da aus ihren Instrumenten rausholen. Wer spätestens hier nicht zum Bonamassa Fan wird, dem ist nicht mehr zu helfen. “The River” fängt leicht countrylastig mit einer akustischen Gitarre an, um dann zu einer midtempo Rocknummer aufzusteigen. Sehr schön hier die Harp Einlagen und die Slidegitarre. Drummer Kenny Kramme hält das rhythmische Korsett der Band hervorragend zusammen. Die Breaks kommen immer ganz genau auf den Punkt.

Mit stampfenden Rhythmus und Akustik Gitarre geht es weiter. “When The Sun Goes Down” heißt das gute Stück und wird wieder kräftig von der Harp unterstützt. Beim letzten Song “Faux Mantini” stellt Joe noch mal seine Fingerfertigkeit unter Beweis. Für dieses Stück benötigt er nur eine akustische Gitarre, na gut, zwei akustische Gitarren. Mann, ist der Junge schnell und jeder Ton wird sauber gespielt. Ich bin wieder mal von den Socken. Dieses Tempo kennt man sonst nur von guten Flamencospielern. Anspieltipps kann ich leider keine geben, denn das ganze Werk ist vom ersten bis zum letzten Song ein Kracher. Für mich ganz klar, das Album des Jahres 2004. Ich kann es kaum abwarten die nächste Scheibe von “Smokin’ Joe” zu hören!


TRACKLIST:

01. Never Make Your Move Too Soon
02. Travellin’ South
03. Junction 61
04. Reconsider Baby
05. Around The Bend
06. Revenge Of The 10 Gallon Hat
07. When She Dances
08. Had To Cry Today
09. The River
10. When The Sun Goes Down
11. Faux Mantini

Mike

Dan Baird And Homemade Sin – Feels So Good – Live

MEDIUM: 2 CD
VÖ: 2005
LABEL: Jerkin’ Crokus (UK) Records
STIL: Rock’n'Roll

LINKS:
Dan Baird
Dan Baird bei Youtube
Homemade Sin bei MySpace
Homemade Sin bei Facebook
Dan Baird And Homemade Sin
Dan Baird bei Amazon

LINE UP:
Dan Baird (Guitar, Vocals)
Ken McMahan (Guitar, Vocals)
Keith Christopher (Bass, Guitar, Vocals)
Mauro Magellan (Drums)

 

 

 

 

Nachdem sich Dan Baird (Gitarre, Gesang) und Mauro Magellan (Schlagzeug) in den 90ern von den Georgia Satellites trennten, gab es Probleme mit dem Bandnamen, denn die verbliebenen Mitglieder der Gruppe beanspruchten diesen für sich. So zogen Dan Baird und seine Männer unter den Namen Dan Baird and Friends, Dan Baird & Sofa Kings oder The Heart Of The Georgia Satellites durch die Lande. Irgendwie schienen die Namen der Band aber nicht wirklich zu gefallen und so wurde der aktuelle und wahrscheinlich auch letzte Name für die Rock ‘n’ Roller Dan Baird And Homemade Sin gewählt, unter dem auch das aktuelle Live-Album veröffentlicht wurde.

Bei der mir vorliegenden Version handelt es sich um die limitierte Fanclub Edition, die auf 1000 Kopien weltweit beschränkt ist und in Deutschland exklusiv über Bärchen Records vertrieben wird.

Die Doppel-CD klingt sehr gut und wurde Ende November 2004 im Nice ‘n’ Sleazy’s in Glasgow/Scotland aufgenommen. Dan Baird And Homemade Sin rockten an diesem Abend, wie man es von den Jungs nicht anders kennt: Vier auf die Glocke und los! Authentischer Boogie-Rock ‘n’ Roll, ehrlich und schweißtreibend. Wer die aktuelle Formation mal live gesehen hat, weiß wovon ich spreche.

Die Setlist ist bunt gemischt aus Eigenkompositionen und Cover bekannter Songs, die konsequent an den Stil der Band angepasst wurden. Die Songs klingen frisch und alles andere als abgedroschen, wie man es von anderen, vergleichbaren Gruppen kennt. Wer Status Quo beispielsweise in den letzten 20 Jahren mal live gesehen hat, weiß auch hier wieder was ich meine.

Stücke wie “Dixie Beauxderaunt”, “Nights Of Mystery”, “Look At What You Started” oder “L’il Bit” lassen den Kopf und die Füße nicht mehr still stehen. Aber auch ruhigere Songs wie “Walkin’ The Dog” oder “All Over But The Cryin’/Dan Takes Five” haben ihren Reiz und machen das Album zu einer runden Sache. Langeweile sucht man auf dem ‘Best of… Live’ vergebens.

Und genauso geht es auf der zweiten CD weiter. Sehr witzig finde ich den Einstieg in die CD mit “Theme Of Mauro”.

Bei dem wohl größten Hit der Georgia Satellites “Keep Your Hands To Yourself” darf das Publikum die erste Strophe und den Refrain mitsingen. Dazu hat die Band den Rolling Stones-Klassiker “It’s Only Rock ‘n’ Roll” in den Song integriert. Tolle Nummer.

“Another Chance” bringt Dan Baird dann ganz alleine, nur mit der Gitarre untermalt. Zum Schluss gibt es “Helpless” von Neil Young, auf die Ohren.

Fazit: Die limitierte Fanclub Edition ist zwar nicht ganz billig, aber trotzdem eine lohnende Anschaffung für Leute, die den Boogie-Rock lieben. Man darf sich dafür auch zu dem Kreis der Glücklichen zählen, die eine CD im Schrank stehen haben, von der es nur 1000 Stück gibt. Aber wartet nicht zu lange, sonst ist das Kontingent erschöpft.

 

TRACKLIST:
CD 1:

01. Dixie Beauxderaunt
02. Julie And Lucky/I Love You Period
03. Nights Of Mystery (featuring Get It On)
04. Younger Face
05. L’il Bit
06. Walkin’ The Dog
07. Look At What You Started (featuring Feel So Good)
08. It’s All Over Now
09. All Over But The Cryin’/Dan Takes Five
10. Railroad Steel

CD 2:
01. Theme Of Mauro
02. Picture On The Wall
03. 8 Days A Week
04. Red Light
05. Baby What You Want Me To Do
06. Open All Night
07. Keep Your Hands To Yourself / It’s Only Rock’n'Roll
08. Another Chance
09. I Dunno
10. Helpless

Mike

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